Narbenkorrekturen

„Wenn die Wunde nicht mehr wehtut, schmerzt die Narbe…“

(Berthold Brecht)  

Narben entstehen, wenn die zweite Hautschicht, die Lederhaut, verletzt wird. Bei Narbengewebe handelt es sich um nicht mehr vollständiges Ersatzgewebe, das auch in seiner Farbgebung von der gesunden Haut abweicht. Dabei ist Narbe nicht gleich Narbe. Wir unterscheiden zwischen verdickten Narben mit Wulstbildung (hypertrophe Narben), die sich schlimmstenfalls zu einem gutartigen Tumor (Keloid) mit Wachstumsneigung ausbilden können, und dellenförmigen Narben, wie sie zum Beispiel bei Akne auftreten (atrophe Narben). 

Da die Narbenfasern (Fibrosen) nur wenig elastisch sind, kann es neben dem oftmals auffälligen und störenden Erscheinungsbild zu Spannungen im Narbenumfeld bis hin zu Kontrakturen kommen, wenn die Narbe über einem Gelenk liegt.

Jede Narbe muss individuell betrachtet und behandelt werden. Neben Massagen, Laser, Silikon, Druckverbänden, Abschleifung (Dermabrasion) und Medikamenten wie Cortison kann eine kombinierte Therapie aus einem chirurgischen Eingriff und oberflächlichen Lösungen helfen, die Beschwerden zu lindern und die Optik deutlich zu verbessern. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung sind Geduld und Ausdauer des Patienten.

Atrophe Narben liegen unter dem eigentlichen Hautniveau (z.B. tiefe, eingesunkene Schnitte, Brandnarben), sind oft das Ergebnis einer schlechten Wundheilung und können in einem chirurgischen Eingriff mit Biomaterialien wie Eigenfett und Fillern wieder angehoben werden, um ein ebenes Hautbild zu erzielen. Die Behandlung muss nach einiger Zeit wiederholt werden, da die Stoffe vom Körper abgebaut werden.

Aknenarben (sog. „Ice-pick-scars“) können mit einer chirurgisch-mechanischen Dermabrasion gut behandelt werden. Bei dieser technisierten Art des Peelings schleifen hochtourige Werkzeuge die Narben so ab, dass sie im Anschluss keine harten Schatten mehr werfen können und dadurch kaum noch auffallen. Durch die relativ aggressive Methode ist mit einer mehrmonatigen Rötung der Haut zu rechnen.

Gegen hervorstehende hypertrophe Narben und zum Wachstum neigende Keloide gibt es derzeit keine alleinige wirksame Therapie. Zum Einsatz kommen deshalb oft kombinierte Methoden, wie die Behandlung mit Gefriertechniken (Kryotherapie), Drucktherapie, Silikonpflaster, die Injektion von Steroiden, Bestrahlung und ein chirurgischer Eingriff. Massagen, spezielle dermatologische Cremes und eine medizinische Lymphdrainage, um angestaute Lymphflüssigkeit abfließen zu lassen, helfen, das Erscheinungsbild der oft rosafarben bis roten Narben abzumildern.

Kontakt

Kontakt

Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren?
Zum Kontaktformular