OHREN-NACHBEHANDLUNG

Die Behandlung nach einer Ohrmuschelplastik

Bitte halten Sie sich nach einer Otopexie unbedingt an die Empfehlungen und Anweisungen der Chirurgin. Nur so kann ein dauerhaft positives Ergebnis sichergestellt werden. Ganz wichtig: Entfernen Sie nicht eigenständig den Verband, auch wenn dieser ein wenig rutschen, sich verschieben sollte oder es darunter juckt. Der Verband ist quasi Teil des Eingriffs, da er neben der unterstützenden Wundheilung vor allem wichtige formende und stützende Funktionen erfüllt.

Je nach eingesetzter Operationstechnik fällt die Nachbehandlung unterschiedlich aus:

  • Abhängig von der OP-Methode muss für eine bis drei Wochen eine elastische Binde bzw. ein Salbenverband um die Ohren getragen werden. In dieser Zeit muss auf das Waschen der Haare verzichtet werden
  • Bitte halten Sie unbedingt die von der Chirurgin vorgeschriebenen Kontrolltermine am dritten und sechsten Tag nach der OP ein, bei denen auch der Verband gewechselt wird.   
  • Während weiterer zwei bis sechs Wochen raten wir zum nächtlichen Tragen eines elastischen Stirnbandes.
  •  Je nach Fadenart werden zwischen dem sechsten und zehnten Tag die Nahtfäden entfernt.

 

 

 

  • Nach drei bis sieben Tagen können Sie wieder leichten körperlichen Tätigkeiten nachgehen (Krankschreibungen werden von Fall zu Fall individuell ausgestellt).
  • Leichter Freizeitsport wie Walken, Wandern, Joggen ist sechs bis acht Wochen nach dem Eingriff möglich, stärkere körperliche Belastungen sollten für die ersten drei Monate unterlassen werden. Für drei bis sechs Monate sollte das Ohr keiner intensiver Sonneneinstrahlung oder starker Kälte (Strandurlaub, Schifahren) ausgesetzt sein, evtl. auch länger.
  • Mindestens zweimal pro Woche muss die neu ausgebildete Anthelix am hinteren Ohr gereinigt werden. Bitte verwenden Sie hierzu ein sanftes Babyöl und ein Wattestäbchen. So wird der Bildung eines nässenden Ekzems vorgebeugt, das einen umgehenden Arztbesuch zur Folge hätte. 

OTOPLEXIE ZUSAMMENFASSUNG

Abhängig von der eingesetzten Methode zur Ohranlegung dauert die chirurgisch-plastische Korrektur von abstehenden Ohren zwischen einer und zwei Stunden. Bei Kindern wird die Operation bevorzugt in Vollnarkose, bei Erwachsenen mit einer örtlicher Betäubung und ggf. zusätzlicher Sedierung durchgeführt. Obwohl es sich um einen häufig durchgeführten Eingriff handelt, gibt es keine Garantie für ein dauerhaftes positives Ergebnis. So kann z.B. der Faden auch noch nach Monaten reißen oder abgestoßen werden. Für sechs bis acht Tage müssen Sie mit Schwellungen und Blutergüssen am und um das Ohr herum rechnen. Das Ohr muss ausheilen und sich beruhigen, deshalb ist das endgültige Ergebnis frühestens nach zwei bis drei Monaten erreicht und sichtbar. Das Nichtwaschen der Haare für mindestens eine Woche und ein lästiger Verband sind Teil des Eingriffes und lassen sich nicht umgehen. Bitte entfernen Sie auf gar keinen Fall den Verband in Eigenregie, verpassen Sie keinen Kontrolltermin und suchen Sie bei starken Schmerzen oder anderen Problemen Ihren Arzt oder die Chirurgin auf. Eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit für sechs bis acht Wochen ist völlig normal.

Sie haben weitere Fragen? Bitte nutzen Sie ganz unverbindlich unser Kontaktformular.


OHRMUSCHELPLASTIK: RISIKEN UND KOMPLIKATIONEN

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen auch bei einer relativ unkomplizierten Ohrenkorrektur mögliche Risiken. Bitte lesen Sie die folgenden Informationen sorgfältig, da wir großen Wert auf eine möglichst vollständige Aufklärung legen.

Bei aller Erfahrung, Sorgfalt und Routine der Chirurgin kann es passieren, dass das Ergebnis optisch nicht zufriedenstellend ist. Die Ohren können, je nach eingesetzter OP-Technik, erneut abstehen, z.B. wenn der Faden reißt oder der Knorpel sich nicht wie gewünscht formen lässt bzw. wieder zurückformt. Das Risiko von Narbenwucherungen (Keloide) ist nie gänzlich auszuschließen. Ebenso wenig wie eine bleibende Überempfindlichkeit der Ohrmuschel und überaus seltene Haut- und Knorpeldefekte. Auch das allgemeine Narkoserisiko einer jeden Operation und Probleme bei der Abheilung (Infektion, Nachblutung) sowie spezielle OP-Nach- und Nebenwirkungen (z.B. Allergien gegen eingesetzte Medikamente und/oder Infusionen, Pflaster etc.) sind zu berücksichtigen, auf die im Folgenden detailliert eingegangen wird.

Generell kann festgehalten werden, dass es sich bei einer plastischen Ohranlegung um einen im Verhältnis zu anderen Operationen verhältnismäßig risikoarmen Eingriff handelt, zumal wenn er von einer erfahrenen, akkurat arbeitenden Chirurgin mit den neuesten technischen Mitteln durchgeführt wird. Bei der Wahl der eingesetzten Methode wägt die Chirurgin die Risiken gegeneinander ab und nimmt, falls nötig, die Gefahr eines Blutergusses in Kauf, wenn dadurch ein erneutes Abstehen der Ohren eher verhindert werden kann als bei einer anderen Methode. Auch aus diesem Grund ist das präoperative Arzt-Patient-Gespräch so wichtig.


UNBEFRIEDIGENDE RESULTATE

Vor einer „einschneidenden“ Veränderung seiner äußeren Merkmale hat fast jeder Mensch ein ganz genaues Bild im Kopf, was die Veränderung bewirken und wie das Ergebnis aussehen soll. Bei einem etwaigen unbefriedigenden Ergebnis nach einer Ohrmuschelplastik ist es daher wichtig, zwischen der subjektiven Wahrnehmung des nur auf das Merkmal fokussierten Patienten zu unterscheiden, wenn das Resultat vielleicht nur minimal von seiner Idee abweicht, und dem professionell-objektiven Eindruck der Chirurgin, da sie vor allem auf die harmonische Ganzheitlichkeit achtet und ein leichtes Abstehen der Ohren auch nach der Operation begrüßt, weil es die Natürlichkeit der Ohren betont und bei nahezu allen Menschen auftritt.  Nur bei einer wirklich auffälligen Asymmetrie eines oder beider Ohren sollte über einen zweiten Eingriff diskutiert werden. Solch ein Zweiteingriff kann nötig werden, wenn der Faden reißt oder abgestoßen wird bzw. bei der Ritztechnik der Knorpel sich in seine ursprüngliche, abstehende Stellung zurückbiegt. Tritt das Gegenteil ein, und das Ohr liegt zu eng am Kopf an, oder liegt es nur in der Mitte an, steht aber oben und/oder unten weiterhin ab, kann je nach Schweregrad der Deformität ebenfalls über eine erneute Operation nachgedacht werden. Gerade bei der biomechanischen Ohranlegung sind unheilbare Kanten und/oder Einkerbungen durch die Arbeit am Knorpel nicht völlig auszuschließen.


Narkose

Bei kleinen Kindern im Alter bis zum ca. zehnten Lebensjahr wird der Eingriff bevorzugt in einer Vollnarkose durchgeführt. Danach genügt in der Regel eine örtliche Betäubung, bei starker Unruhe des Patienten auch gekoppelt an eine Sedierung mit selbständiger Atmung.


SCHMERZEN

Sollten Sie nach der Otopexie unter starken Schmerzen leiden, die auch durch schmerzhemmende Medikamente keine oder kaum Linderung erfahren, informieren Sie bitte unverzüglich die Chirurgin. Mögliche Ursachen können eine Schwellung, ein Bluterguss und/oder ein zu fest angelegter Verband (Druckgeschwür) sein. Je früher das Fachpersonal eingreifen kann, desto eher lässt sich eine Infektion verhindern, die sich zu einem Abszess (eitrige Entzündung) auswachsen kann.


Wundentzündungen

Entzündungen des Knorpels nach einer Ohranlegung sind unbedingt zu vermeiden.

Schwere, eitrige Infektionen (Abszesse) können zu verlangsamter, schlechter Narbenheilung führen (Keloide) und im schlimmsten Fall den Knorpel so stark beschädigen, dass er entfernt werden und die Ohrmuschel evtl. aufwendig rekonstruiert werden muss. Vor allem Kinder mit Neurodermitis (atopisches Ekzem) sind anfälliger für Infektionen. Deshalb sind ein kurzer stationärer Aufenthalt mit medizinischer Beobachtung und die Einhaltung der Kontrolltermine obligatorisch.


Narbenwucherungen (Keloide)

Neben dem Risiko für Keloide durch eine Entzündung, kann es nach dem Eingriff zu Narbenwucherungen durch eine Veranlagung kommen, die in seltenen Fällen auch über den Rand des Ohres hinausragen können. Der Patient muss dann mit Nachbehandlungen rechnen, die in der Regel aus einer Kombination von einem chirurgischem Eingriff, Cortison-Injektionen sowie der Behandlung mit Salben bestehen. Gegebenenfalls sollte der gutartige Tumor bestrahlt werden. Näheres zu Narbenwucherungen entnehmen Sie bitte dem Text „Hautveränderung und Narbenkorrektur“ unter  „Ästhetische Operationen“. 


GESTÖRTE SENSIBILITÄT DER OHRMUSCHEL

Eine verstärkte Berührungsempfindlichkeit der operierten Ohrmuscheln ist nach der Korrektur für einige Wochen normal und kein Anlass zur Sorge. Auch wenn es ein bisschen wehtut, sollten Sie die Pflege Ihrer neuen Ohren auf keinen Fall vernachlässigen. Wie beschrieben, reinigen Sie die hinteren Ohrmuscheln mit einem Wattestäbchen und Babyöl, die weitere Hygiene nehmen Sie wie gewohnt vor, nur etwas vorsichtiger. Möglich ist auch, dass die Sensibilität der Ohren selbst in Unordnung geraten ist, sodass sie anders auf die Außentemperatur bzw. deren Schwankungen reagieren.  Das Empfinden von Hitze und/oder Kälte nach einer Ohrkorrektur kann sich intensivieren oder abschwächen. Gerade bei extremen Temperaturen im Winter oder Sommer besteht die Gefahr von Verbrennungen bzw. Erfrierungen, weil sie zu spät bemerkt werden.


Abstoßen des Fadens

Besonders wenn die Nahttechnik eingesetzt wurde und der Faden großer Zugbelastung ausgesetzt ist, kann auch nach Wochen oder Monaten ein Reißen oder Abstoßen des Fadens nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Wenn der Körper unverträglich auf das Fadenmaterial reagiert und ihn abstößt oder der Winkel der abstehenden Ohren zu groß ist und der Faden der Zugwirkung auf Dauer nicht standhält, sollte evtl. eine zweite Operation mit einer anderen Technik (z.B. biomechanische Knorpelumformung) erfolgen. 


Vor der Ohrkorrektur

Vor einer Ohrenkorrektur kann der Patient aktiv mithelfen, die Chancen auf ein lange anhaltendes schönes Ergebnis zu erhöhen. Auch geistig. Bitte stellen Sie sich darauf ein, für mehrere Tage einen Verband um den Kopf zu tragen, der zusätzlich durch ein Stirnband fixiert wird. So groß die Neugier auch sein mag – der Verband darf nicht vor dem durch die Chirurgin bestimmten Zeitpunkt abgenommen werden. Auf das Waschen Ihrer Haare müssen Sie in dieser Zeit verzichten.

Bitte informieren Sie die Chirurgin und ggf. den Anästhesisten vor der Operation über eine mögliche Medikamenteneinnahme und evtl. bestehende Allergien. Nehmen Sie bitte zwei Wochen vor der Operation keine schmerz- und fiebersenkenden Mittel ein, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin), da hierdurch die Blutgerinnung beeinflusst wird. Sollten Sie auf Medikamente dieser Art angewiesen sein, halten Sie für etwaige Alternativen bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt. Das Absetzen von blutverdünnenden Mitteln kann möglicherweise die Gefahr für eine Bildung von Blutgerinnseln und/oder Thrombosen erhöhen. 

Nikotin übt einen negativen Einfluss auf die Wundheilung aus, da es den Blutfluss verringert und die Sauerstoffzufuhr für das Blut vermindert. Vierzehn Tage vor dem Eingriff und sieben Tage nach der Operation sollten Sie deshalb auf das Rauchen verzichten.

Bitte achten Sie in der Zeit vor der Ohranlegung noch stärker auf Ihre Gesundheit, als Sie es ohnehin schon tun. Eine infektiöse Ansteckung (z.B. Grippe, Pilze) würde das – vor allem Narkose- – Risiko einer Ohrmuschelplastik derart erhöhen, dass der Eingriff zum geplanten Zeitpunkt nicht durchgeführt werden kann.

Am Tag vor der Operation sollten Sie Ihre Haare mit einem desinfizierenden Shampoo waschen. Zu der Ohrenkorrektur selbst erscheinen Sie bitte nüchtern, unabhängig davon, ob eine Narkose oder nur eine lokale Betäubung geplant ist.

Für die Zeit nach der Operation sollten Sie sich ein weiches, breites Stirnband besorgen, um den formenden Salbenverband zu fixieren.

Selbstverständlich sind diese Verhaltensregeln, die das positive Resultat Ihrer Ohranlegung fördern, auch Teil des ausführlichen Gesprächs mit der Chirurgin vor dem Eingriff. 

Kontakt

Kontakt

Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren?
Zum Kontaktformular